Geschichten aus dem Orden

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Geschichten aus dem Orden

Beitrag von Shika am Sa Apr 18, 2015 3:42 pm

Dies hier stammt aus dem jüngsten Ordensalltag, viel Spaß Basketball

„Im Laufschritt!“, bellte Meisterin Sonnenwald noch, als Initiandin Morgenspeer auch schon loswetzte, als wäre Purpurflut hinter ihr her. Shika nickte zufrieden. Kraft und Tempo waren beeindruckend – leider galt das auch für das lose Mundwerk der Initiandin. Unwillkürlich ballte Shika die Rechte, als sie daran dachte. Das Blut an ihrem Plattenhandschuh war noch nicht getrocknet.
Morgenspeer erreichte derweil das Ende des Übungsplatzes, sie wirkte noch ziemlich frisch. „Und zurück!“, rief Sonnenwald lautstark. Die Meisterin beschattet ihre Augen und blickte mit verkniffener Miene Richtung Sonne. Es begann zu dunkeln, und sie musste noch einkaufen. Was war es noch gleich? Brot, Glimmstängel, Käse, Zwiebeln und … verflixt, da war noch was. Ein nahes Scheppern verriet Shika, dass ihre Initiandin bereits den größten Teil der Strecke zurückgelegt hatte. Sonnenwald verzog säuerlich das Gesicht. Morgenspeer hätte ruhig warten können, bis sie mit ihrer Einkaufsliste durch war!  
,,Katapultbeschuss!“, brüllte Shika. „Schmeißt euch hin!“ Wie Peitschenhiebe knallten ihre Worte über den Platz. Morgenspeer warf sich klirrend auf den Boden und rollte sich auf den Rücken. Die Meisterin zog die Brauen zusammen und schürzte ihre Lippen. „Ja was zum Nether treibt ihr da? Legt euch auf den Bauch, Blickrichtung Feind, der Feind bin in dem Fall ich.“ Die Initiandin tat wie ihr geheißen. „Genau so!“, kommentierte Shika. „Und jetzt nehmt euren Schild und haltet ihn schützend vor euren Kopf. Bei Euch kann da zwar nicht so viel kaputt gehen, dennoch müsst Ihr eure Rübe um jeden Preis schützen.“
„Ja Meisteirn!“, knurrte Morgenspeer.
Also nochmal: Brot, Glimmstängel, Käse, Zwiebeln und … hm, nein, sie kam nicht drauf. Shika stieß resigniert die angestaute Luft aus und musterte noch einmal die Initiandin, ehe sie wieder die Stimme erhob. „Der Katapultbeschuss ist vorbei. Sprung auf, Marsch, Marsch!“
Noch ein paar Mal ließ Shika die junge Elfe hin und her flitzen. Und immer wieder „Deckung!“ und „Sprung auf, Marsch, Marsch!“ Im Grunde war diese Übung nicht besonders sinnvoll. Blutritter kämpfen meist in einer starren Linie zu mehreren Gliedern, da kann sich der Einzelne nicht einfach hinschmeißen, um Deckung zu suchen. Aber darum ging es auch gar nicht - Drill und Gehorsam waren hier vielmehr das Ziel. Denn nur eiserne Disziplin und absoluter Gehorsam macht die Schlachtreihe der Blutritter zu einer unüberwindlichen und tödlichen Mauer aus Schildern und Schwertern. Morgenspeer musste dies noch lernen.  
Die Sonne fraß sich bereits in den Himmelsrand hinein, als die arme Initiandin schließlich ins Ordenshaus schlurfte. Shika blieb noch einen Augenblick auf dem Übungsplatz und legte den Kopf in den Nacken. Brot, Glimmstängel, Käse, Zwiebeln und … wieder nichts. Als sie den Platz verließ, traf sie auf Ritter Arylea Silberhauch. „Silberhauch, ich möchte, dass ihr nach Morgenspeer seht, sie hat Verletzungen an den Wangen.“
Misstrauisch beäugte Arylea ihre Meisterin. „Was ist passiert?“
Shika hob die Schultern an. „Sie ist gegen meinen Plattenhandschuh gelaufen.“
Silberhauchs Lippen bildeten kurz einen schmalen Strich, ehe sie entgegnete: „Verstehe, ich werde mich um sie kümmern, Meisterin.“
Flüchtig schaute Shika auf ihren Handschuh, an dem noch immer Morgenspeers Blut klebte. Reinigungsöl! Das war es gewesen! Zufrieden schlenderte sie zum Markt.

Shika

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